Nachhaltigkeit im Badezimmer

Es gibt schon sehr viele Blogs, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, speziell Plastik-Vermeidung etc. beschäftigen, aber ich denke, je mehr darüber auch in Blogs mit anderen Schwerpunkten geschrieben wird, umso mehr Menschen kann man erreichen.
Ich möchte hier ein paar Dinge auflisten, wie man in seinem Badezimmer ein paar Dinge ganz einfach umstrukturieren kann und damit gleich nachhaltiger lebt. Vor allem geht es dabei um Recycling-Papier, Bio-Baumwolle, Vermeidung von Plastik bzw. Vermeidung allgemein von Müll. Viele Dinge wirken total banal und sind eh den meisten klar, andere Dinge sind vielleicht genauso banal, aber man hat einfach noch nicht darüber nachgedacht, anderes ist vielleicht tatsächlich neu. Natürlich sind die Ideen nicht perfekt, es entsteht weiterhin Müll, aber ich will auch nicht autark in einer Holzhütte ohne Internet leben, sondern einfach Teilbereiche im Leben verbessern.

Klopapier:
Ich kann selbst kaum glauben, dass ich da lange Zeit so ohne nachzudenken das normale Klopapier gekauft hab, obwohl die Recycling-Klopapiere heute genauso angenehm sind wie die normalen. Erst vor wenigen Monaten hat mich meine Mama drauf gebracht. Der Durchschnitts-Deutsche verbraucht 14,4 KILOGRAMM (!) Klopapier pro Jahr. Während man Papier normalerweise bis zu 6x recyceln kann, geht das bei Klopapier nicht, weshalb es hier besonders viel Sinn macht, Recycling-Papier zu verwenden. Greenpeace behauptet sogar, dass 40% des Holzes aus Urwald-Kahlschlägen zu Klopapier verarbeitet wird. Greenpeace gibt auch eine Übersicht dazu, welche Siegel für Recycling-Papier sinnvoll bzw. unsinnig sind. Um Klopapier mit dem blauen Engel zu bekommen muss man auch nicht erst in einen Öko-Markt fahren, fast jeder Supermarkt hat das im Programm: DM, Aldi, Rewe, etc. Eine Übersicht gibt es hier.

Taschentücher:
Gleiches gilt natürlich auch für Taschentücher. Auch da gibt es eine tolle Liste, wo man Taschentücher mit dem blauen Engel kaufen kann. Zuhause verwende ich fast ausschließlich Klopapier zum Nase putzen. Meine Eltern verwenden schon Jahre lang Klopapier als Haushaltspapier, so stehen in der Küche statt einer Haushaltspapierrolle immer 2 Rollen Klopapier, dadurch bin ich das gewöhnt. Wem Klopapier zu klein (oder nicht hübsch genug) ist, dem empfehle ich für zuhause (auch irgendwie banal, aber man denkt nicht dran) die Taschentücher-Boxen, wo die Taschentücher in Papp-Boxen sind, weil man dadurch das Plastik von den Verpackungen der normalen Taschentücher spart. Die gibt’s auch überall.

Kosmetika:
Reines Kokosöl kann man nicht nur in der Küche verwenden, sondern auch zum abschminken von Make-up und Mascara, als Feuchtigkeitscreme, als Labello-Ersatz, als Deo, angeblich auch als Grundlage für selbstgemachte Zahncreme etc benutzen. Ich habe es teilweise als Make-up-Entferner benutzt, habe dadurch aber mehr Pickel bekommen. Seit einem Jahr verwende ich stattdessen Babassu-Öl, genauso nachhaltig, funktioniert super, alles Make-up wird entfernt und gleichzeitig viel Feuchtigkeit gespendet und zieht schnell ein. Teilweise habe ich Kokosöl auch als Deo (gemischt mit Natron) benutzt, was bei vielen (laut Blog-Berichten) super funktioniert. Bei mir war das leider nicht ausgereichend, ich schwitze aber auch sehr leicht. Kokosmilch hab ich schon mehrmals als Feuchtigkeitskur für die Haare verwendet. Eine Übersicht über die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Kokosöl gibt es hier. Die Vorteile sind: Kokosöl kriegt man auch im Glas, vermeidet also Plastik. Man braucht nur ein einziges Produkt, was total vielseitig angewendet werden kann und vermeidet so entsprechend die vielen Plastik-Verpackungen all dieser Produkte. Reines Kokosöl hat keinerlei Zusatzstoffe, die unerwünschte Wirkungen haben können. Als Deo-Ersatz hätte man kein Problem mit Aluminium

Wattepads und Wattestäbchen:
Bei beiden Produkten ist die Watte entweder aus Baumwolle oder Viskose, bei Wattestäbchen oft aus Kunststoff. Das Stäbchen selber bei Wattestäbchen ist auch meistens aus Kunststoff. Um Plastik zu vermeiden sollte man also auf welche aus Baumwolle ausweichen. Im DM gibt es da ganz toll Bio-Wattestäbchen, die sogar GOTS-zertifiziert sind (das Siegel mit den höchsten Standards für Textilien überhaupt) und die Verpackung ist (abgesehen von einem kleinen Sichtfenster) aus Papier. Auch Wattepads gibt es im DM in Bio-Qualität. Im Dezember bin ich dann allerdings drauf gekommen, dass Wattepads selbst einfach ziemlich viel unnötigen Müll erzeugen und bin dann drauf gekommen, dass man sich ganz einfach selbst waschbare „Wattepads“ machen kann. Dafür kann man einfach ein altes, weiches Spannbetttuch oder ähnliches nehmen, in Stücke der gewünschten Größe schneiden und die Enden vernähen. Das Material ist das gleiche (normalerweise eben Baumwolle), wenn man einen wirklich weichen Stoff hat, dann kratzt da auch genauso wenig und wenn man sich gleich ein paar davon macht, kann man die eine Weile sammeln und einfach zur normalen 60°-Wäsche dazu geben. Es ist sicher nicht unhygienischer als ein Handtuch, im Gegenteil, diese „Wattepads“ benutzt man ja sogar nur einmal zum abschminken und kommen danach in die Wäsche. Sie sind so klein und leicht, dass man nicht wirklich „zusätzliche Wäsche“ hat, es fällt kein neuer Müll an und die Dinger sind genauso effektiv wie Wattepads auch in Bezug auf abschminken. Das einzige, was mir nicht so gut gefällt: Auch nach dem waschen sieht man leider noch die Farbe von der Mascara, obwohl die Dinger natürlich eigentlich „sauber“ sind. Da muss ich mir noch was überlegen. Aber ansonsten ist das eine tolle Alternative. Denn auch wenn Baumwolle ein nachwachsender Rohstoff ist, Baumwolle ist leider mit extrem vielen Problemen behaftet (über 80% der weltweit konventionell hergestellten Baumwolle ist gentechnisch verändert, Baumwolle braucht enorm viel Wasser und wird aber gleichzeitig vor allem in jenen Ländern angebaut, in denen Wasser knapp ist. Wahrscheinlich ist der Baumwollanbau Schuld, dass der Aralsee (der ehemals viertgrößte Binnensee der Welt) fast ausgetrocknet ist. Weil sich Baumwolle toll exportieren lassen kann, wird landwirtschaftliche Fläche gerne für Baumwolle verwendet und nicht für Lebensmittel für die Bevölkerung. Ein Viertel der weltweit ausgebrachten Insektizide sowie 10% der weltweit ausgebrachten Pestizide landen auf Baumwollfeldern. Die Pflück-Arbeit ist mühsam, oft gibt es Kinder- und Zwangsarbeit auf den Plantagen. Dokus gibt es diverse auf Youtube).

Monatshygiene:
Auch wenn man über dieses Thema nicht wirklich gerne spricht, auch hier entsteht jeeede Menge Müll und noch dazu werden die Produkte chemisch behandelt, was man vielleicht nicht unbedingt im Körper haben möchte. Es gibt da ja auch einige wiederverwertbare Produkte wie Menstruationstassen und auch waschbare Binden etc, womit ich mich aber wirklich (noch?) nicht anfreunden mag. Aber auch hier gibt es Produkte aus Bio-Baumwolle, die nicht mal wirklich teurer sind als die konventionellen Alternativen. Hier kriegt man beispielsweise Bio-Tampons. Anscheinend kriegt man im Rossmann sogar Bio-Slipeinlagen. So vermeidet man zwar keinen Müll, aber achtet zumindest auf gescheite Bedingungen im Baumwollanbau.

Waschmittel:
Zur Zeit benutze ich noch Waschnüsse, werde aber bald wieder auf ein anderes biologisches Waschmittel umstellen. Das Problem an Waschnüssen ist, dass sie einerseits ebenfalls wohl giftig für Fische sind und andererseits die Menschen in Indien, die seit jeher damit gewaschen haben, sich die Waschnüsse nicht mehr leisten können, weil sie im großen Stil nach Europa transportiert werden. Die Inder dürfen dann das billigere giftige Zeug wiederum von westlichen Konzernen kaufen, die sich darüber freuen, dass in Indien andere Umweltstandards gelten als bei uns. Ich hab mich nach Alternativen allerdings noch nicht umgesehen, weil ich sonst in Versuchung gerate, die Waschnüsse die ich ja noch habe, nicht mehr zu verwenden, was ich erst Recht blöd fände.

… Die Liste ist unvollständig und wird beizeiten ergänzt.

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