Fashion Revolution Day

Heute vor einem Jahr ist das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch eingestürzt, über 1.100 Menschen sind gestorben, weitere 2.500 Menschen verletzt. Das Ereignis ist nur eines von vielen, wenn auch das bisher schlimmste, in der Geschichte der Textilindustrie des Landes und könnte so auch in diversen anderen Produktionsländern passieren, wo westliche Modemarken ihre Kleidung produzieren lassen. Das liegt u.a. daran, dass wir hier möglichst viele und möglichst billige Klamotten kaufen und Unternehmen wie C&A und Mango möglichst hohe Gewinne einfahren wollen. Ansonsten würde man nicht minderwertiges Material zum Bau der Fabriken benutzen und diese auf Bauland bauen, das nicht für mehrstöckige Fabriken geeignet ist. Man hätte die ArbeiterInnen nicht zur Arbeit gezwungen, obwohl schon am Tag vorher Risse in den Wänden der Fabrik aufgetaucht waren. Ein Jahr später fehlen immer noch 40 Millionen Dollar, um alle Opfer fair zu entschädigen, weil sich die Unternehmen weigern, Verantwortung zu übernehmen.

In der Zeit war dazu vorgestern ein schöner Artikel, aus dem ich kurz zitiere:

Zeldenrust und andere Aktivisten haben in den vergangenen Monaten nachweisen können, dass mindestens 28 westliche Unternehmen in Rana Plaza produzieren ließen: große Firmen wie C&A, Mango oder KiK, aber auch deutsche Mittelständler wie NKD, Güldenpfennig oder Adler Modemärkte. Zusammen erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar – mehr als die hundertfache Summe dessen, was der Fonds benötigen würde. Man weiß heute, dass die Arbeitsbedingungen in Rana Plaza unmenschlich und Überstunden die Regel waren. Dass Arbeiterinnen geschlagen wurden. Dass es keinen ausreichenden Brandschutz gab und auch zu wenig Notausgänge. Dass die Fabrik so marode war, dass sie irgendwann einstürzen musste.

(…)

Die Näherinnen warten noch heute auf Entschädigung

Dennoch weigert sich die Industrie, die notwendige Summe einzuzahlen. Bis heute enthält der Hilfsfonds lediglich 15 Millionen Dollar, also weniger als die Hälfte der benötigten Summe. Die eingezahlte Summe ist auch nur deshalb so hoch, weil der irische Textilkonzern Primark mehr als sieben Millionen Dollar gab. „Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Tatenlosigkeit“, sagt Zeldenrust. „Es wäre für die Unternehmen ein Leichtes zu helfen“.

Um dieses Ereignis nicht zu vergessen und um auf die Zustände in der konventionellen Textil- und Bekleidungsindustrie aufmerksam zu machen, findet heute der Fashion Revolution Day statt. Alle sind heute dazu aufgerufen, ihre Kleidung verkehrt herum zu tragen, sodass man das Etikett sieht. Darauf angesprochen kann man darüber reden, woher es kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde. In vielen Ländern gibt es zusätzliche Aktionen, was und wo findet ihr hier.

Was kann man alles tun?
Sich informieren! Mode von Marken kaufen, die der Fair Wear Foundation angeschlossen sind.
Weniger Kleidung kaufen! Hochwertige, langlebige Kleidung kaufen! Faire Bio-Kleidung kaufen! Gebrauchte Kleidung kaufen! Projekte unterstützen, die sich für eine bessere textile Kette einsetzen. Die Unternehmen anschreiben und sie auf ihre Verantwortung aufmerksam machen! Heute am Fashion Revolution Day aktiv sein.

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