Fashion Revolution Day 2016

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Ich möchte auf den Fashion Revolution Day aufmerksam machen, aber es ist spät, daher verlinke ich einfach auf den Artikel, den ich vor 2 Jahren zum Thema geschrieben habe. Dazu noch ein Video, was unsere Doppelmoral wunderbar darstellt.

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#Insideout

Fashion Revolution

Ich hätte ja nicht gedacht, dass es mal ein Foto von mir auf meinem Blog geben würde, aber im Zuge des Fashion Revolution Day und der damit verbundenen Aufforderung, seine Kleidung auf links zu tragen und so auf die Herkunft der Textilien aufmerksam zu machen, möchte ich auch zeigen, was ich heute für Klamotten anhatte.
Das Tshirt ist bio und fair und für 30€ von Armed Angels gekauft und trägt das ganz tolle Etikett mit der Aufschrift: „This organic garment is made under fair conditions and with all our love so handle with care“ : )
Die Hose ist eigentlich von Pimkie, wurde von mir allerdings gebraucht bei Kleiderkreisel gekauft. In quasi neuem Zustand!
Nicht zu sehen ist eine Jacke, die ich draußen anhatte, die noch vom H&M stammt und dort vor ca. 4 Jahren neu gekauft wurde (hinter dem Link steckt übrigens die Konzernbeschreibung von CIR, welche diverse Bekleidungsfirmen auf soziale und ökologische Kriterien untersucht). Ebenfalls nicht zu sehen sind die ca. 6 oder 7 Jahre alten Converse Chucks, denen man ihr Alter langsam aber sicher auch deutlich ansieht (hinter diesem Link steckt der englisch-sprachige Wikipedia-Artikel über Nike, weil Converse ja zu Nike gehört. Falls es tatsächlich jemanden geben sollte, der nicht weiß, was man Nike alles vorwerfen kann). Letzte Woche hatte ich faire Ethletic Chucks bestellt, die sogar billiger sind als die originalen Converse (außer letztere sind mal wieder im Angebot), die aber leider einen Produktionsfehler hatten und wieder zurück gehen mussten. An den Schuhen erkennt man sehr schön, dass faire Kleidung nicht unbedingt teurer sein muss.

Und ab morgen bemühe ich mich wieder darum, meinem Blog-Namen gerecht zu werden! Mode ist eigentlich so wirklich gar nicht mein Thema.

Fashion Revolution Day

Heute vor einem Jahr ist das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch eingestürzt, über 1.100 Menschen sind gestorben, weitere 2.500 Menschen verletzt. Das Ereignis ist nur eines von vielen, wenn auch das bisher schlimmste, in der Geschichte der Textilindustrie des Landes und könnte so auch in diversen anderen Produktionsländern passieren, wo westliche Modemarken ihre Kleidung produzieren lassen. Das liegt u.a. daran, dass wir hier möglichst viele und möglichst billige Klamotten kaufen und Unternehmen wie C&A und Mango möglichst hohe Gewinne einfahren wollen. Ansonsten würde man nicht minderwertiges Material zum Bau der Fabriken benutzen und diese auf Bauland bauen, das nicht für mehrstöckige Fabriken geeignet ist. Man hätte die ArbeiterInnen nicht zur Arbeit gezwungen, obwohl schon am Tag vorher Risse in den Wänden der Fabrik aufgetaucht waren. Ein Jahr später fehlen immer noch 40 Millionen Dollar, um alle Opfer fair zu entschädigen, weil sich die Unternehmen weigern, Verantwortung zu übernehmen.

In der Zeit war dazu vorgestern ein schöner Artikel, aus dem ich kurz zitiere:

Zeldenrust und andere Aktivisten haben in den vergangenen Monaten nachweisen können, dass mindestens 28 westliche Unternehmen in Rana Plaza produzieren ließen: große Firmen wie C&A, Mango oder KiK, aber auch deutsche Mittelständler wie NKD, Güldenpfennig oder Adler Modemärkte. Zusammen erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar – mehr als die hundertfache Summe dessen, was der Fonds benötigen würde. Man weiß heute, dass die Arbeitsbedingungen in Rana Plaza unmenschlich und Überstunden die Regel waren. Dass Arbeiterinnen geschlagen wurden. Dass es keinen ausreichenden Brandschutz gab und auch zu wenig Notausgänge. Dass die Fabrik so marode war, dass sie irgendwann einstürzen musste.

(…)

Die Näherinnen warten noch heute auf Entschädigung

Dennoch weigert sich die Industrie, die notwendige Summe einzuzahlen. Bis heute enthält der Hilfsfonds lediglich 15 Millionen Dollar, also weniger als die Hälfte der benötigten Summe. Die eingezahlte Summe ist auch nur deshalb so hoch, weil der irische Textilkonzern Primark mehr als sieben Millionen Dollar gab. „Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Tatenlosigkeit“, sagt Zeldenrust. „Es wäre für die Unternehmen ein Leichtes zu helfen“.

Um dieses Ereignis nicht zu vergessen und um auf die Zustände in der konventionellen Textil- und Bekleidungsindustrie aufmerksam zu machen, findet heute der Fashion Revolution Day statt. Alle sind heute dazu aufgerufen, ihre Kleidung verkehrt herum zu tragen, sodass man das Etikett sieht. Darauf angesprochen kann man darüber reden, woher es kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde. In vielen Ländern gibt es zusätzliche Aktionen, was und wo findet ihr hier.

Was kann man alles tun?
Sich informieren! Mode von Marken kaufen, die der Fair Wear Foundation angeschlossen sind.
Weniger Kleidung kaufen! Hochwertige, langlebige Kleidung kaufen! Faire Bio-Kleidung kaufen! Gebrauchte Kleidung kaufen! Projekte unterstützen, die sich für eine bessere textile Kette einsetzen. Die Unternehmen anschreiben und sie auf ihre Verantwortung aufmerksam machen! Heute am Fashion Revolution Day aktiv sein.

Bio / Faire Kleidung

Also ich kenne mich selbst nicht super aus, aber die Mama vom Freund wollte, dass ich ihr ein paar Shops nenne, wo man bio / faire Kleidung bekommt. Und da dachte ich mir: Vielleicht interessiert es andere genauso, mache ich einfach einen Blog Beitrag daraus (weil ich zur Zeit auch leider nicht dazu komme neue Rezepte zu posten). Nachdem die Kleidung halt doch teurer ist und der Freund und ich auch nicht so viel neue Kleidung kaufen, können wir bisher nur Armed Angels, Bleed und Re-Bello empfehlen. Allgemein kaufe ich auch noch lieber gebrauchte Kleidung, z.B. bei Kleiderkreisel, weil ich es einfach sinnvoller finde,  weil es viel zu viele Leute gibt, die viel zu viel Kleidung kaufen und in bestem Zustand nicht mehr haben wollen. Kleiderkorb ist wohl sowas ähnliches. Und toll sind natürlich auch Dawanda und Etsy. Für die meisten wohl eh nichts neues.

Absolut super finde ich übrigens Manomama, ein Unternehmen , welches in Augsburg und im Umkreis von 250km drum herum produzieren lässt (mit Baumwolle aus dem nächsten Anbaugebiet in der Türkei) und entsprechend fair und 100% biologisch ist (es werden zB vornehmlich Langzeitarbeitslose und Frauen über 50 angestellt, die auf dem sonstigen Arbeitsmarkt kaum (mehr) eine Chance hätten). Sie haben nur eine kleine Auswahl und werden die meisten „jüngeren“ kaum ansprechen, aber das Konzept ist respektabel und sollte noch viel mehr Anerkennung und Nachahmer finden! Der Blog ist auch sehr lesenswert.

Hier also eine kleine Auswahl an bio / fairen Online Shops (teilweise Shops der Eigenmarken, teilweise Shops, die viele Marken gleichzeitig anbieten):

Armed Angels
Avocado Store
Bleed Organic Clothing
Fairtragen
Glore
Going Eco
Greenality
Grundstoff
Kleidungsladen
Komodo (aus England)
Monkee Genes (ebenfalls aus England, nur Jeans)
Muso Koroni
Thokkthokk
Trusted Clothing
United Elements
Zündstoff

Eine ewig lange Liste an Shops gibt es hier und es steht auch jeweils immer dahinter, ob die zB nur Shirts oder nur Babykleidung oder nur Mützen machen.

Achso und wieso sollte man bio / faire Kleidung kaufen?
Ich verweise da mal auf den wirklich unheimlich lesenswerten Blog Ichkaufnix.wordpress.com und auf ihre Facts-Seite, wo ausführlich und für jeden verständlich die Missstände in der Bekleidungswirtschaft beschrieben werden. Zudem auf diverse Dokumentationen.